Der Stiftertag, also das dankbare Gedenken an die Stifterfamilie, wird im Schottenstift jährlich gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begangen. Der Mitarbeiter-Nachmittag hat zwei Teile, der erste findet in Verbindung einer Andacht statt, der zweite im „Zattl“ im Hof 1 des Stiftes. Abt Nikolaus Poch stellte seine Ansprache unter das Thema des „guten Eifers“, über den das Kapitel 72 der Benediktsregel handelt. Ein „bitterer Eifer“ wirkt zerstörerisch und macht anderen das Leben schwer. Dagegen führt der „gute Eifer“ zu Gott und zum ewigen Leben. Der gute Eifer bedeute, sich nicht willenslos von Stimmungen leiten zu lassen, sondern sich um etwas Sinnvolles zu bemühen und aktiv einzusetzen, an etwas mitzugestalten. Eine in diesem Zusammenhang leitende Frage laute: In welcher Weise will ich die Atmosphäre in dieser (Haus-)Gemeinschaft prägen?“. Abt Nikolaus hob den Wert des guten Umgangs miteinander hervor und die Bereitschaft einander zu verzeihen und aufeinander zu hören. Er dankte den Anwesenden für deren guten Eifer und die Bereitschaft mehr als nur Dienst nach Vorschrift zu leisten.
Zwei Beispiele für den guten Eifer kamen am Stiftertag zur Geltung. Stiftsarchivar Dr. Maximilian Alexander Trofaier stellte seine Ende 2025 erschienene Monografie „Die irischen Mönche des Wiener Schottenklosters (1155–1418)“ kurz vor. Er habe darin vor allem Äbte und Mönche aus der ersten Epoche des Schottenstifts vorgestellt und das „Narrativ der irischen Mönchsgemeinschaft als ein Fremdkörper in Wien“ eindeutig widerlegen können.
Als zweites Beispiel für den guten Eifer spielten die Stiftsorganisten Manuel Fröschl und Sarah-Maria Pilwax den „Inno Sacramentale“ sowie eine weitere Komposition auf zwei Orgeln mit Bezug zum 30-jährigen Jubiläum der großen Orgel.
