Adventzeit

„Wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich es anders machen!“ – Zu einem solchen reset haben wir nicht so oft Gelegenheit. Wir bauen auf Verbautem weiter und versuchen dem Ganzen so recht und schlecht die richtige Form zu geben, ähnlich einem alten Baum. dem Wind und Wetter sichtbar zugesetzt haben, der aber weiter lebt.

In der Bibel finden sich viele Bilder von Bäumen. Sehr schön ist jenes, in dem davon gesprochen wird, dass ein Baum an „zuverlässigem“ Wasser steht, also immer der Quelle nahe ist, die ihn leben lässt. In einer sehr schwierigen Stunde seines Lebens klagt der Prophet Jeremia Gott an: „Wie ein versiegender Bach bist du mir geworden.“ Die Antwort Gottes gibt Jeremia Mut und eröffnet einen Weg aus seiner Misere.

Ein weiteres Bild stammt aus dem Lukasevangelium: Ein Feigenbaum trägt schon seit drei Jahren keine Früchte und soll nach dem Wunsch des Besitzers gerodet werden. Der zuständige Winzer aber erreicht einen Aufschub: „Lass ihn in diesem Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen!“ (Lk 13, 8).

Diese Bilder sprechen von der Geduld und der Fürsorge Gottes für sein Volk. Sie sind trostreich, weil sie uns Gottes Haltung zu uns nahebringen: Ich lasse dich wachsen – und den Neuanfang setze ich für dich. Er hat einen Namen: Jesus von Nazaret; auf sein Geburtsfest gehen wir in den Wochen des Advents zu.

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