Georg-Sebastian Holzer (MJ 01b) war nach seinem Studium der Politikwissenschaft und Volkswirtschaft in Wien, Bologna und Washington DC bis Mitte 2012 sicherheits-politischer Berater des deutschen entwicklungspolitischen Engagements in Afghanistan.

Die Bundeswehr stellt seit 2001 neben mehr als 50 anderen Nationen ein Kontingent der International Security Assistance Forces (ISAF) und plant bis 2014 das Land verlassen. Der Abzug hat schon begonnen. Was wissen wir über Afghanistan? Pragmatisch stellt die CIA fest, Afghanistan ist wenig kleiner als Texas. Wir lernen, auch so können wir an eine komplexe Fragestellung herangehen. Die Diskussion war sehr angeregt und informativ.

Im Gespräch mit Sebastian Holzer suchten wir Antworten, auf verschiedenste Fragen, vom Selbstverständnis der Afghanen und ihres Staates zum Verhältnis zu den Nachbarstaaten China, Iran, Pakistan, Tajikistan, die strategische Bedeutung des Landes und seine wirtschaftlichen Möglichkeiten, die Aufgaben der ISAF und die Zukunft Afghanistans.

Das Engagement der Nachbarstaaten, Europas und der USA sind genauso unterschiedlich wie deren Interessen.

Diese Vielfalt zeigt, wie komplex die Situation vor Ort ist und von wie viel völlig unterschiedlichen Einflüssen die friedliche Zukunft abhängt.

Wieder einmal lernen wir, einfache Lösungen gibt es nicht und Sebastian Holzer meint, er kann seine Erfahrungen in Afghanistan bei seiner neuen Funktion in Brüssel gut gebrauchen, wo er auch für Syrien verantwortlich ist.

Dass Afghanistan nicht nur rund 4.650 Kilometer von uns entfernt ist, sondern ganz konkret zu unserem Alltag gehört, berichteten Vertreter des Asylgerichtshofes.

Die meisten Asylwerber in Österreich sind Afghanen.

So klein ist die Welt und alles hat im Alt-Schotten-Heim Platz.

UIOGD Georg Prantl (MJ 77)

Fotos: Severin Plefka (MJ 06)