Mehr als ein Regenprogramm

Der heurige Frühjahrsausflug der Alt-Schotten führte eine etwa 30 köpfige Gruppe unter der Leitung von Peter (MJ 72) und Rotraut Krall zunächst in das Stift Seitenstetten in die Ausstellung „900 Jahre Jahr Stift – Leben im Vierkanter Gottes“. Dieser Ort ist vielen Alt-Schotten als Ort von Jungschar- und Jugendlagern bestens bekannt.

Galt bei Jungscharlager die „Stiftsführung“ als Teil eines Regenprogramms, fand unsere Führung bei heißem Frühsommerwetter statt. In den kühlen Gängen und barocken Sälen des Stiftes präsentiert dieses seine einzigartige Sammlung an kunsthistorischen und naturwissenschaftlichen Schätzen. Die Gruppe wurde nach Besichtigung des Prunksaales in der Prälatur persönlich vom Abt Berthold Heigl mit verschiedensten Likören und Schnäpsen aus dem Mostviertel vermischt mit interessanten Anekdoten empfangen. Danach folgte Besichtigung der romanischen Ritterkappelle, des Lesesaals und der mit 60.000 Büchern bestückten Bibliothek. Naturwissenschaftliche Sammlungen und Ausstellungen in den Gängen des Stiftsgymnasiums rundeten die Führung ab. Dazwischen immer wieder fachkundigste Erklärungen von Rotraut Krall – Ihr sei herzlichst gedankt.

Mittagessen war in der bestens restaurierten alten Meierei organisiert – zu Jungscharzeiten Herberge von 100.000 Schweinen. Danach führte der Abt durch den herrlich renovierten Hofgarten aus der Barockzeit – ein wunderbares Idyll für Touristen und Seitenstettner mit Rosenarten aus dem 18 Jahrhundert nach dem Motto „Narren hasten, kluge warten, Weise gehen in den Garten“ Danach ging es noch kurz in die Kirche.

Vom Stift führte unser Weg zur imposant über dem Ybbstal thronenden hochbarocken Wallfahrtbasilika auf dem Sonntagberg, einem Bau der Architekten Jakob Prantauer und Josef Munggenast. Der Alt-Seitenstettner (MJ 71) P. Franz ließ es sich nicht nehmen, uns „seine“ Wallfahrtskirche im Licht ihrer historischen und aktuellen Rolle nahezubringen. Rotraut Krall ergänzte auch hier das Bild aus kunsthistorischer Sicht. Nach einem aus vollen Kehlen gesungenen „Großer Gott“ ging es dann entlang des Mostviertler Panoramahöhenwegs östlich weiter zu einem gemütlichen Abschluss beim Mostheurigen Bogner, von dem aus in der Abendsonne eine der schönsten Rundumsichten über die Voralpen bis zu Ötscher, Hochkar und in der Ferne sogar Hochschwab bzw. Richtung Donautal zu erleben war, bevor wir nach einem wunderbaren Tag wieder Richtung Wien aufbrachen.

Florian Stockert (MJ 78b)

Fotos: Ernst Streeruwitz (MJ 62)

           Christian Hellsberg (MJ 72)