Was hat die aus Mähren stammende, 1878 nobilitierte Wiener Bierbrauerfamilie Kuffner dazu bewegt, 1884 – 1886 eine der damals in Europa wissenschaftlich führenden Sternwarten zu finanzieren und zu betreiben? An welchen Orten der Welt wird heute Astronomie von Weltgeltung betrieben und welche Rolle spielt dabei das kleine Österreich? Wie können wir uns die Entfernungsverhältnisse innerhalb unseres Sonnensystems, zum nächstliegenden Fixstern Alpha Centauri, zur Milchstraße, zu den Milliarden weiteren Galaxien usw. vorstellen?

Solche und viele weitere Fragen beantwortete der langjährige Direktor der Wiener Kuffner-Sternwarte und nunmehrige Leiter des Projektbereichs „Astronomie und Weltraumwissenschaften“ am Technischen Museum Wien, Dr. Peter Habison, fachlich souverän, zugleich sehr plastisch und vor allem mit enormer, ansteckender Begeisterung für sein Metier.

Den krönenden Abschluss bildete die Beobachtung des Planeten Jupiter mitsamt seiner Monde am rechtzeitig aufgeklarten Wiener Nachthimmel durch den 1896 gebauten 27cm-Refraktor, der, ebenso wie das gesamte Sternwartengebäude, unter dem Direktorat Dr. Habisions funktionell und auch ästhetisch hervorragend restauriert worden war.

Die Diskussionen gingen mit derselben Begeisterung der 31 Alt-Schotten und Damen im naheliegenden „Grünspan“ bis in die späten Abendstunden weiter – ein, wie die einstimmigen Reaktionen es ausdrückten, einmaliges Erlebnis für die Teilnehmer aus allen Generationen und wieder einmal ein Beweis, wie gut lebendig vermittelte Geschichte und moderne Naturwissenschaften harmonieren können, wenn sie entsprechend vermittelt werden und auf ein begeisterungsfähiges Auditorium treffen!

Peter Krall, MJ 72

Fotos: Christian Hellsberg, MJ 72