Mit Abt Nikolaus an der Spitze war eine Gruppe von Schottenmönchen während der Herbstferien auf den Spuren ihres Ordensvaters, des Heiligen Benedikt, im Latium unterwegs. „Es geht auf dieser Reise wie im ganzen Mönchsleben darum, den Ruf Gottes in sich wachzuhalten“, betonte Abt Nikolaus in seinem Impuls in der Eucharistiefeier am „Sacro Speco“, am Ort, an dem Benedikt für drei Jahre als Einsiedler zurückgezogen gelebt hat.
Dank der dortigen Symbiose von Landschaft, Kunst, Geschichte und Spiritualität verwundert es nicht, dass der Dichter Petrarca das Heiligtum „Sacro Speco“ als „Grenze des Paradieses“ bezeichnete. Weitere Stationen der Reise waren das Kloster Santa Scolastica in Subiaco, die Zisterzienserabtei Casamari, ursprünglich von Benediktinern erbaut, und die Abtei Montecassino, wo Abt Luca Fallica die Gemeinschaft aus Wien ausgesprochen gastfreundlich aufnahm und betreute. Der Aufenthalt in Montecassino galt auch dem Gedenken an die furchtbaren Auseinandersetzungen während des Zweiten Weltkriegs und in diesem Zusammenhang des Wiener Offiziers Julius Schlegel (*1895 †1958), der den damaligen Erzabt vor der Bombardierung durch die Alliierten warnte und dafür sorgte, dass Menschen und Kunstschätze in Sicherheit gebracht würden. Im Zeichen dieses Gedenkens stand auch der Besuch am deutschen Soldatenfriedhof bei Cassino.
Die kleine Reisegruppe nahm sich außerdem Zeit für wichtige Orte im Leben des „Doctor Angelicus“ und einstigen Oblaten von Montecassino, des hl. Thomas von Aquin, nämlich Aquino, Roccasecca und die einstige Abtei Fossanova, wo ihn nach einem bewegten Leben der Tod ereilte. Weiters stattete sie zwei Orten einen Besuch ab, die für die Papstgeschichte von Bedeutung sind: das mittelalterliche Anagni und Castel Gandolfo.
