Das Ostertuch in der Schottenkirche

Zum Jubiläumsjahr des Stiftes 2005 (850. Jahrestag der Stiftung) schufen die Künstler Cécile Nordegg und Jonathan Berkh die „Ostertücher“, acht bemalte Stoffbahnen, die seither während der Osterzeit die Nische mit dem Taufbecken hervorheben.

Durch die je neue Hängung ergeben sich verschiedene Ansichten und Aussagen, in diesem Jahr betonen die Tücher besonders das lebendige Wasser, das in das Taufbecken strömt und Symbol des Lebens ist, das uns geschenkt ist.

In diesem Beitrag sollen einerseits einige Photos die heurige Hängung dokumentieren (und dazu das Prozessionskreuz von Kurt Schlauss und die Osterkerze 2011 von Valerie Trofaier), andererseits erläutern die zwei folgenden Texte einige Aspekte des Kunstwerkes:

Gott,
deine Wunder leuchten noch in unseren Tagen.
Was einst dein mächtiger Arm an einem Volk getan hat,
das tust du jetzt an allen Völkern:
Einst hast du Israel
aus der Knechtschaft des Pharao befreit
und durch die Fluten des Roten Meeres geführt;
nun aber führst du alle Völker
durch das Wasser der Taufe zur Freiheit.
Gib, dass alle Menschen Kinder Abrahams werden
und zur Würde des auserwählten Volkes gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Oration nach der 3. Lesung der Osternacht (aus Ex 14)

„Das Repertoire der Symbolik, nicht nur in der Kirche und Liturgie, ist ungeheuer umfangreich; breit und tief.

Symbole stehen für etwas und trotzdem sind sie. Die Symbole in unserer Arbeit sind die Farben. Die Farben sind: gelb, erdfarben oder blau zum Beispiel, und sie stehen für etwas. Für den Anfang zum Beispiel, die Schöpfung, Abrahams Prüfung, für das ertragene Leiden der Israeliten in Ägypten; Sand, Durst, Hitze, Sonne; für die Strapazen des Exodus, für Jesu ertragene Leiden, für die Altlasten, die wir mir uns herumtragen.

Sie stehen für Wasser, Himmel, Trost, den Anfang des Neuen, Taufe, Befreiung, Erlösung; für das Neue, die Kraft, die Auferstehung, die Entscheidung, den Glauben.

Das Taufbecken hat acht Ecken, sieben für das Alte und eine für das Neue. Auch das Verhältnis ist ein Symbol. Wir haben dieses Symbol übernommen und acht Tücher gemalt. Mit vielen Farben für das Alte und vielen Farben für das Neue, für das man sich immer wieder neu entscheiden kann.“

Cécile Nordegg und Jonathan Berkh

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