„Die großen Weltreligionen an einem Tisch – was sind die Herausforderungen der Zukunft?“ 18.10.2023

„Die Diskussion hat pünktlich begonnen – eindeutig keine jüdische Veranstaltung“

…mit dieser selbstironischen Feststellung eröffnete Oberrabbiner Jaron Engelmayer die 1. Podiumsdiskussion im prall gefüllten Festsaal der Schule zum Thema: „Die Weltreligionen an einem Tisch – die Herausforderungen der Zukunft“. Wirklich beachtlich, dass der Oberrabiner angesichts der aktuellen Umstände im Nahen Osten dennoch den Weg zu uns gefunden (dank Vermittlung von Matthias Riesenhuber) und ein Quäntchen Humor mitgebracht hat. 

Aufgrund der souveränen Moderationsleitung unseres Mitgliedes Rudolf Mitlöhner, MJ 83b, Leitung Innenpolitik, KURIER, gab es eine rein auf die Religion fokussierte Diskussion samt Fragen aus dem Publikum. Wir sind ebenso dankbar, dass Abt Nikolaus MJ 83b, Professor Matthias Beck, Pfarrer in St. Josef zu Margareten als auch Ermin Sehic, religiöser Funktionsträger der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich sich den Fragen der Zukunft aus religiöser Sicht hingaben.

„Wir müssen über den Einzelnen reden und nicht über die Kirche“, führt Beck aus und ergänzt: „auch die Auferstehungsgeschichten behandeln den einzelnen und nicht die Kirche, es gibt im Himmel keine Kirche. Wir brauchen neben der Nächstenliebe, mehr Selbstliebe“.

Studien zeigen, dass der Islam am schnellsten wächst und es in 2060 gleich viele Moslem wie Christen geben wird. Bei den Christen sind es vor allem evangelikale Bewegungen, wie die Pfingstkirchen oder 7-Tages-Adventisten, die besonders erfolgreich missionieren. „Juden missionieren nicht, aber in Zeiten der Säkularisierung, sind Religionen gefordert wie schon lange nicht mehr“, betont Engelmayer.

„Ich bewundere die rasant wachsenden evangelikalen Religionen, aber nahe fühle ich mich nur den eingesessenen Weltreligionen, die heute hier am Tisch sind. Wir sind alle Kinder Gottes“. Nach mehreren Fragen zum Extremismus im Islam, entgegnete Serhic: „Einige Menschen, die nach Europa migrieren, haben den Islam auf eine besonders harte Weise sozialisiert bekommen, da müssen wir gegensteuern“.

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