und es is’ nix wie es scheint (wenn dir scheint es is’ ois nix)…*)

…werden sich wohl nicht wenige Gäste gedacht haben, die am 11. Oktober 2012
„Die Strottern und Peter Ahorner“ zum ersten Mal erleben durften.
Das Konzert war unter dem Stichwort „Neues Wienerlied“ angekündigt worden, aber was die beiden Protagonisten dieses Genres, Klemens Lendl und David Müller („Die Strottern“) im Rahmen des von den „76ern“ veranstalteten Benefiz-Events im neuen Festsaal boten, hatte so gar nichts mit Heurigen-Seeligkeit oder Wienfilm-Schmalz zu tun.
Der Sound, eher jazzig als von Schrammelmusik inspiriert, verbindet sich bei den Strottern in einzigartiger Weise mit dem Text – zweifellos auch Verdienst ihres „Haus- und Hofdichters“ Peter Ahorner, übrigens auch ein 76er. Aus seiner Feder stammen viele Strottern-Texte und Christian Seiler schreibt über diese fruchtbare Zusammenarbeit im profil: „Der Dichter Peter Ahorner beherrscht die rare Kunst, Texte im Wiener Dialekt zu schreiben, denen die Musik bereits innewohnt. In Ahorner fanden die Strottern einen Ausnahmekönner, der ihnen an der messerscharfen Grenze zwischen tief empfundener Kunst und Schmachtfetzen den Weg wies…“
Mit Nummern wie „U1“ ,„Zum Beispiel“ oder „Wia Tanzn is“ war Sentimentales ebenso zu hören, wie Nachdenkliches – etwa im Lied „Handschuach aus Samt“ *)
– der Schwerpunkt des Abends gehörte aber zweifellos Komödie und Humor.
Vor allem Peter Ahorner gelang es, mit seinen gelesenen Wortkapriolen und satirischen Szenen das Publikum zu begeisterten Lachstürmen hinzureißen.
Ein Höhepunkt war schließlich die Zugabe „Zidane“, eine Ode an den Weltfußballer, die zwei Tage nach dessen Ausschluss beim WM-Finale 2006 von Ahorner geschrieben, nach einer Woche in Gamlitz mit den Strottern uraufgeführt und deren Refrain am vorletzten Donnerstag im restlos ausverkauften Festsaal mitgesungen wurde. Den meisten waren die Künstler wohl unbekannt, die mehr als wohlwollende Stimmung im Saal ließ aber erkennen, wie sehr sie das Publikum zu begeistern vermochten.
Eine rundum gelungene und erfolgreiche Veranstaltung, die in dieser Art (und im wörtlichen Sinn) Schule machen könnte, darf sie doch als unmittelbare Umsetzung des zentralen Mottos auf unserer Homepage gelten – „Keiner achte auf das eigene Wohl, sondern mehr auf das des anderen.“
So gebührt großer Dank zuerst allen 76ern, die nicht eher ruhten bis alle Einladungs-kontingente im privaten Umfeld vertrieben waren und ihre Gäste auf den neuen Stühlen Platz genommen hatten. Darüber hinaus spendeten die Kollegen in großzügigster Weise – ebenso wie viele Gäste, die dafür am Pausen- und After Show-Buffet regelrecht verwöhnt wurden und sich prächtig unterhielten.
Die Organisatoren danken allen dafür!
Die große und hochqualitative Auswahl an Speisen und Getränken war letztlich nur durch Unterstützung einiger Firmen wie Schlumberger möglich – die absolut reibungslose Organisation und der charmante Ablauf wurde von Töchtern einiger Alt-Schotten gewährleistet. Ein großes Dankeschön an sie alle.
Großen Verdienst haben sich auch die vielen Helfer bei Auf- und Abbau erworben – die Organisatoren danken erneut allen helfenden 76ern, aber nicht minder den jungen Technikern aus dem Gymnasium und Herrn Schwitalla, der uns während er gesamten Vorbereitungsphase unterstützte.
Last but not least geht unser Dank an Pater Direktor Christoph Merth, der den Event höchst unkompliziert ermöglichte und in seiner Einführungsrede Alt-Abt Heinrich zitierte und damit den Geist beschwor, der heute vielerorts selten geworden ist: „Wenn es darauf ankommt, kann man sich auf sie verlassen…“

 

Text: Wolfgang Strauhs (MJ 76)
Foto: Markus Kommenda (MJ 76)