„Drum lass ich ihn nur walten”

Der Psalmist betet: Gott, du hast uns verworfen, zerschlagen. Du hast uns gezürnt. Stelle uns wieder her! und weiter: Hartes ließest du dein Volk erfahren… (Ps 60, 3.5)

In diesen Tagen treffen diese Sätze wohl die Stimmung vieler Menschen. Eine Erkrankung auf Grund einer Infektion ist schon übel, aber in einem solchen Fall kann man sich der Kunst der Ärzte überlassen. Bedrängender erscheint die Angst zu erkranken, die durch die notwendigen Vorsorgemaßnahmen noch verstärkt wird.

Viele, deren Aufgabe es ist, das Leben der Gemeinden zu gestalten, den Betrieb einer Schule; die eine Familie zusammenhalten wollen und dafür sorgen müssen, dass das tägliche Brot nicht fehlt, stehen wieder vor gewaltigen Herausforderungen. Nicht zu reden von den Vielen, die Furcht haben vor einem Verlust der Verdienstmöglichkeiten oder den finanziellen Einbußen – dies alles ist wirklich „Hartes“, wie es im Psalm 60 heißt.

Wie viele andere Texte der Bibel spricht auch dieser Psalm davon, dass Gott sich von der Bedrängnis seines Volkes bewegt fühlt einzugreifen, die Not zu beenden. Ob auch diese gute Wendung zu unserem Gebet werden kann? Wir könnten zumindest auf die Erfahrung von Menschen zurückgreifen, die von solchen Rettungserlebnissen erzählen. Vorkehrungen, die die Gefahr einer Ansteckung minimieren wollen, sind wichtig und hilfreich. Nicht weniger sind es die Geschichten von Menschen, die wie mit einem bekannten Kirchenlied sagen können:
Er ist mein Gott, der in der Not mich wohl weiß zu erhalten. Drum lass ich ihn nur walten.

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