Alles hat ein Ende – auch das Seil hat ZWEI!

Zumindest in der Theorie: Denn Professor Alfred Moser – so der sperrige offizielle Titel – beendete seinen fulminanten Abend in memoriam Pater Leander, mit einem seiner legendären Zaubertricks, bei dem ein einfaches Seil erst mehrfach in Einzelteile getrennt, dann unter Zuhilfenahme einer kleinen Prise Zaubersalz wieder in einem Stück dem staunend applaudierenden Publikum präsentiert wurde.

So schließt sich der Kreis: Mit Chemie und Schottengymnasium verbinden Generationen von Jung- und Alt-Schotten eines – besser gesagt ZWEI; P. Leander Fischer und Pof. Alfred Moser!

Es leuchteten die fluoreszierenden Reagenzien in den begeisterten Augen der Zuseher, es rauchten die Raketen – gleich den Tastaturen der Glücklichen, denen es rechtzeitig gelang auf das E-Mail der geschätzten Frau Gabara so rasch zu antworten, um auch wirklich einen der durch die Größe des Chemiesaales begrenzen Sitzplätze zu ergattern.

Sogar Pater Leander schaltete sich persönlich in den Ablauf des Abends ein. Zum Erstaunen aller wollte just seine „Kanone“ nicht sofort zünden! Gleich als er für alle, die ihn kannten, Fredi aus der sicheren Deckung zurief: „Mehr Pulver! Fredi, lass es ordentlich krachen!“, zündete die Rakete sodann sofort mit einem ohrenbetäubenden Knall!

Vergessen waren die Sorgen einzelner Teilnehmer, ob die seinerzeitige Verspätung auch wirklich ausreiche, der gefürchteten Stundenwiederholung zu entkommen. Der Autor dieser Zeilen war sogar so mutig, 20 Minuten vor dem Termin beim Chemiesaal zu erscheinen um einem Feuerwerk an Experimenten in erster Reihe gebannt zu folgen!

Bis am Ende des Abends der geschätzte Präsident Florian Stockert (MJ 78) seine Dankesworte  sprach: Jetzt war sie da – für alle leicht fröstelnd spürbar – nein, nein kein Trockeneisnebel, der die große Periodensystemtafel verdeckte und die letzte Chance vernebelte, den Unterschied zwischen Eisen und Blech zu erklären – es war die Wehmut und die Gewissheit, dass es wirklich ein Abschied war.

Nein, das kann nicht sein, treffen sich doch in der Mathematik angeblich zwei parallele Geraden in der Unendlichkeit, hat ein Seil doch eben nicht nur zwei Enden sondern, wie uns Fredi effektvoll vorführte, mindestens sechs oder acht oder noch viel mehr! Darum sind wir alle hoffnungsfroh, dass es kein Abschied war sondern lediglich ein kleiner Tippfehler in der Einladung „EFFEKTVOLLE Chemie – EIN ABSCHIED? (FRAGEZEICHEN)“.

 

Autor und Fotograf Jakob Lust (MJ 90b)