Die schon traditionellen Alt-Schotten-Führungen im Kunsthistorischen Museum waren in den vergangenen Jahren immer Sonderausstellungen gewidmet. Diesmal folgten 28 Alt-Schotten, Familienmitglieder und Freunde erstmals der Einladung, eine der permanenten Sammlungen des Hauses kennen zu lernen und erlebten eine Vielzahl erlesener und meisterlich präsentierter Kunstwerke.

 

Deren Bandbreite reichte vom aus dem Salzburg der Römerzeit (Juvavum) stammenden Fußbodenmosaik aus dem 4. Jh. n. Chr., um das der Architekt Gottfried Semper auf ausdrücklichen Wunsch Kaiser Franz Josephs I. einen reich dekorierten Raum geschaffen hatte, der u.a. auch den berühmten Amazonensakophag beherbergt, bis zu filigranem Goldschmuck aus der Völkerwanderungszeit und einer aus der Renaissance stammenden Kopie des Jünglings vom Magdalensberg. Beeindruckend war auch die Perfektion der anatomischen Darstellung des menschlichen Körpers, die Polyklet mit dem Torso des Doryphoros aus dem 5.Jh. v. Chr. unter Beweis stellte sowie der reiche und erlesene Bilderschmuck auf zahlreichen griechischen Vasen. Vielen von uns war vermutlich nicht bekannt, dass das KHM die größte Gemmensammlung der Welt beherbergt, und welche Blüte die Herstellung von Glasgefäßen in der Römerzeit erreicht hatte, von denen einige Elemente des Jugendstils vorwegzunehmen scheinen.

 

Wie Rotraut Krall in ihrer Führung anmerkte, war es jedoch nur möglich, wenige Beispiele aus dem unermesslichen Reichtum dieser Sammlung herauszugreifen. Dass dadurch aber die Lust geweckt wurde, immer wieder zu kommen, bewiesen die begeisterten Reaktionen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

 

Text: Peter Krall (MJ72)

Fotos: ©KHM.