„Sicherheit und Krisenhandhabung durch Informations- und Krisenmanagement“ – dieser Zielsetzung fühlen sich die Mitarbeiter des Einsatz- und Krisenkoordinationscenters des Bundesministeriums für Inneres („EKC) verbunden. am14.2.2013 wurde einer interessierten Schar unserer Vereinigung durch den Behördenleiter Mag. Stocker ein überaus interessanter Einblick in diese seit dem Jahr 2005 bestehende Einrichtung gegeben. Direkt dem Generaldirektor für öffentliche Sicherheit unterstellt, werden dort Informationen verschiedenster Dienststellen, der Freiwilligenorganisationen- aber auch von Konzernsicherheitsdiensten gesammelt und sodann in einem Tagesrapport „verschriftlicht“, der aktuelle sicherheitsrelevante Themen und Bedrohungsszenarien zusammenfasst. Das auf höchstem technischem Niveau agierende Team des Permanenzdienstes ist bestrebt, Gefahrenpotentiale bereits im Keimstadium zu erkennen, um eine Schadensweiterung hintanzuhalten. Der aktuelle Tagesrapport enthielt zum Zeitpunkt unseres Besuches Informationen über LKW Fahrverbote, durchreisende Hooligans, aber auch Details über private Urlaubsaufenthalte hochrangiger Personen aus dem Ausland. Solche Ereignisse erscheinen zwar wenig gefahrengeneigt, stellen aber, wenn Hooligans eine Autobahnraststätte verwüsten, Fahrzeuglenker in den Autos frieren oder ein Anschlag auf skiurlaubende Politgrößen erfolgt, den Einsatzfall dar. Das EKC übernimmt sodann die Koordination von Hilfeleistungen, Verständigung der Entscheidungsträger und Information der Betroffenen durch das Call-Center. Wer sich zum Vortrag in der Erwartung einfand, dort die Atmosphäre der MI6-Zentrale im Dienste Ihrer Majestät vorzufinden, wurde vielleicht enttäuscht: daran erinnert höchstens ein interaktiver Touchscreen beeindruckenden Ausmaßes, sowie das an die Chiffriermaschine „Enigma“ erinnernde Krypto-Faxgerät. Das EKC befindet sich auch nicht hinter dicken Bunkermauern sonder inmitten des Ministeriumsgebäudes, und die Bundeswarnzentrale samt Sirenensteuerung besteht aus einem herkömmlichen PC-Einzelarbeitsplatz. Als wesentliche Information dieser gelungenen Veranstaltung habe ich eine erhöhte Sensibilität für die aus augenscheinlich kleinen Pannen erwachsenden Katastrophenszenarien mitgenommen. Es ist beruhigend zu wissen, dass die Mitarbeiter des EKC jederzeit in der Lage sind, ein aktuelles Bild zur Sicherheit Österreichs zu liefern.

Text: Markus Ludvik (MJ 84a)

Fotos: Gregor Withalm (MJ 04b)