Gedanken zum Sommer

Manche Eckdaten der Sommerferien sind gut vorauszuplanen: Wann ich auf Urlaub fahre, wohin die Reise gehen soll, mit wem ich unterwegs sein will…
Was in Erinnerung bleibt, sind zumeist jedoch jene Erlebnisse, die mich überraschend treffen.
Zu den Höhepunkten des vergangenen Sommers gehört für mich die Erfahrung eines umwerfend schönen Sternenhimmels: amVorabend einer Hochzeit in Bayern saßen wir gemütlich im Stadl eines Bauernhofes, mit bayerischem Bier, gutem Essen und netten Gesprächen. Als ich dann zu später Stunde ins Freie getreten bin, konnte ich meinen Augen kaum trauen: über mir spannte sich das prachtvollste Himmelszelt aus, das ich je gesehen hatte. Unzählige Lichter erleuchteten das Firmament: kleinere und größere, hell hervorstechende und kaum sichtbare. Für einen Großstädter wie mich stellte diese sternenklare Nacht eine einzigartige, berührende, zutiefst spirituelle Erfahrung dar. In ehrfürchtigem Staunen konnte ich mich kaum sattsehen. Welche unendliche Weite, welche unbeschreibliche Herrlichkeit, unter die wir Menschen gestellt sind. Unwillkürlich dachte ich an Psalm 8: Herr, unser Herrscher, / wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; / über den Himmel breitest du deine Hoheit aus… Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, / Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, / des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
In diesem Sinne wünsche ich Dir/Ihnen/Euch einen Sommer voller Überraschungen!

Abt Nikolaus

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