„Generalurlaub“ im Kloster

Zwischen dem Fest des hl. Benedikt am 11. Juli und dem Patrozinium der Schottenkirche am Maria-Himmelfahrts-Tag (15. August) liegt unser „Generalurlaub“. Das bedeutet, dass die meisten Mönche nicht in Wien sind der überfälligen Erholung wegen; auch unsere Mitarbeiter im Haus sind gebeten, in diesen Wochen ihren Urlaub zu nehmen, sofern dies irgendwie möglich ist. So hat der Klosterladen im Sommer an Montagen geschlossen. Wenigstens ein Pater ist aber immer im Haus für die pastoralen Aufgaben und als „Hüter des Hauses“.

Was unternehmen die Mönche in dieser Zeit? Ich glaube, allen gemeinsam ist der Wunsch, sich außerhalb der Stadt zu erholen, vor allem der Hitze wegen, die in Wien droht und auch vor den dicken Klostermauern nicht Halt macht. und dann besuchen manche ihre Familien oder Freunde, die man sonst nicht so oft sehen kann; manche machen „Kulturreisen“ in die nähere oder fernere Umgebung, gehen in die Berge oder verbringen Tage am Meer oder einem See; viele ziehen sich an „einsame Orte“ zurück und widmen sich dem Lesen oder Schreiben. Für die Seelsorger sind dies die Wochen der Jugendlager und ähnlicher Veranstaltungen, die zwar nicht nur Erholung bedeuten, aber immerhin einen wohltuenden „Tapetenwechsel“ mit sich bringen.
Der geistlichen Erneuerung dienen dann die Exerzitientage, die wir gemeinsam mit einem Begleiter halten. Fast eine ganze Woche kommen wir zusammen, mit den Erfahrungen der „freien“ Wochen zuvor, und rüsten uns für die Herausforderungen eines neuen Arbeitsjahres, das mit dem September beginnt.
Wir sind dankbar für diese Wochen und für die Menschen, die uns durch ihre Gastfreundschaft helfen, sie zu genießen.

Wenn Mönche auf Reisen gehen, empfangen sie vorher vom Oberen den Segen. Mit diesem Segen, hier für Sie alle, mögen auch Sie erholsame Tage erleben dürfen:
„Herr, unser Gott,
du bist das Ziel und die Erfüllung all unserer Wege.
Schütze unsere Brüder und Schwestern und bewahre sie vor allen Gefahren.
Führe sie an das Ziel ihrer Reise, lass sie mit uns verbunden bleiben und gewähre ihnen eine glückliche Heimkehr.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.“

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