Wehrpflicht Ja/Nein,

darüber diskutierten am 14. Jänner Stephan Chavanne (MJ76) und Udo Birkner (MJ 83) mit zahlreichen Gästen im selten gut besuchten Alt-Schotten-Heim. Die zahllosen Argumente der letzten Monate für ein Berufsheer sind wenig hilfreich, solange die Politik nicht verbindlich sagt, wozu das neutrale Österreich im gemeinsamen Europa eine militärische Landesverteidigung braucht. Erst wenn diese Frage geklärt ist, kann seriös über das Wehrsystem geredet werden. Die Umstellung auf ein Berufsheer dauert fünf bis zehn Jahre, wie das Beispiel Frankreich zeigt. Um die angekündigten freiwilligen Profis zu rekrutieren sind intensive Werbung samt rund 10 Kontakte pro Freiwilligen notwendig und eine völlig andere Infrastruktur als für Grundwehrdiener wie bisher. Dazu kommen die Aufgaben bei internationalen Einsätzen, die österreichischen Soldaten schon bisher immer höchst erfolgreich und wahrlich professionell erfüllt haben. Viele Argumente sprechen für ein Berufsheer, aber dessen Einführung braucht viel Zeit und viel Geld, beides ist derzeit zu knapp und bis 1.01.2014 ist ein professionelles Berufsheer nicht realisierbar, trotz der rund 23.000 Männer und Frauen im Verteidigungsressort. Dank ihrer, den Grundwehrdienern und den Milizsoldaten kann eine kluge Umsetzung Richtung Berufsheer, wenn von der Politik wirklich gewollt, gelingen und das spricht für eine -vorläufige – Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht. Wenn die gewählte Bundesregierung keine Entscheidung treffen kann oder will, liegt die Verantwortung für die Sicherheit unserer Heimat im wahrsten Sinne bei uns.

UIOGD Georg Prantl (MJ 77)

Fotos: Johannes Guschlbauer (MJ 82a)