Caroline Rosenauer gelang es bei ihrer Führung am 19. März wieder, mit ihrem sowohl enormen Fachwissen als auch ihrer mitreißenden Begeisterung für alles Schöne und Begeisternde in Kunst in allen ihren Ausprägungen (von Malerei über Architektur, Wohnungsinterieurs bis zu Gläsern und Plakaten) einen großen Bogen, diesmal über „Wien um 1900“, zu schlagen. Am Beginn stand der Historismus mit den Ringstraßenbauten und Hans Makart als prägender Gestalt. Der junge Maler Gustav Klimt emanzipierte sich bald von seinen historistischen Wurzeln und gründete 1897 gemeinsam mit Koloman Moser, Josef Hoffmann und Joseph Maria Olbrich die Wiener Secession als sich von der Tradition abspaltende Künstlervereinigung. Die Wiener Werkstätte übernahm dann ab 1903 die Gestaltung kompletter Interieurs als Gesamtkunstwerke. In er kurzen Zeit dieser Führung war es lediglich möglich, markante Beispiele u. a. aus den Oeuvres Gustav Klimts („Leben und Tod“ aus seiner „goldenen Periode“, einige seiner atmosphärischen Atterseebilder) und zum Schluss des von ihm geförderten Egon Schiele (von der bildlichen Aufarbeitung seiner Jugendtraumata bis zu den Krumauer Veduten) herauszugreifen. Diese Aufbruchszeit endete mit dem Tod der bei- den sowie auch Koloman Mosers im Jahr 1918. Das Meiste der Überfülle dieser Schau musste unerwähnt bleiben – immer wieder zu kommen wird dringend empfohlen!
Peter Krall (MJ 72)
