Ostern: Einladung, gemeinsam zu feiern

Über die Jünger Jesu von Nazaret bricht Ostern herein wie ein ungeahntes Ereignis allererster Ordnung. Zwar erzählen die Evangelien von verschiedenen Andeutungen Jesu mit Hinweisen auf seinen Tod und auch schon seine Auferstehung. Was dies aber bedeuten sollte, bleibt den Jüngern so sehr verschlossen, dass sie den Karfreitag als Tag der Niederlage, des endgültigen Aus ihrer Erwartungen erleben und auch der Ostermorgen von dem bestimmt wird, was einfach zu tun ist, wenn ein Nahestehender begraben wurde: Trauer, Besuch des Grabes, Salbung des Leichnams. Die österlichen Erscheinungen des Auferstandenen können sie nicht deuten; sie erkennen den Herrn nicht und meinen, ein Gespenst zu sehen.

Für uns heute wäre Jesu Auferstehung ein Termin im Kalender (zwar jährlich wechselnd, doch immer schon eingetragen), wären auch Gründonnerstag und Karfreitag so vermerkt wie die Geburtstage von Verwandten und Freunden: Erinnerung an eine fällige Gratulation oder Feier, aber keine Überraschung! „Wäre“, wenn das Osterfest nicht Jahr für Jahr und immer anders vorbereitet werden müsste, damit es wirklich uns meinen, uns „abholen“ kann aus unserer gegenwärtigen Situation, uns also gewissermaßen wie die Jünger herausreißen kann aus dem alltäglichen Kreislauf von Einsatz, Hoffnung, Enttäuschung und neuer Erwartung.

So gehen wir die Zeit „der 40 Tage“, die Fastenzeit, als einen Weg auf Ostern hin. Benediktiner tun dies, weil sie ihre Ordensregel dazu auffordert, sich durch verschiedene Übungen bereit zu machen für den auferstandenen Herrn; aber auch alle, die nicht im Kloster leben, sind eingeladen diesen Weg mitzugehen. Das ist vor allem eine individuelle Angelegenheit, sich und sein Leben auszurichten auf diesen Termin „Ostern“, aber doch auch eine Sache der gemeinsamen „Vergewisserungen“ dieses Weges.

So feiert die Schottengemeinde auch in der Fastenzeit gemeinsam:

  • den Beginn der 40 Tage am Aschermittwoch durch das Aschenkreuz als Zeichen der Bereitschaft, sich erneut am Evangelium auszurichten (Gottesdienst am 6. März um 18 Uhr);
  • die Sonntagsliturgie mit ihren Texten, die eine Erinnerung an die Grundbotschaft der Christen darstellen: Gottes Solidarität mit dem Menschen und seine ertüchtigende Barmherzigkeit;
  • den „Abend der Barmherzigkeit“, an dem durch Gebet, Anbetung, Stille und das Angebot des Sakraments der Buße und Versöhnung Gelegenheit ist zur Ausrichtung des eigenen Lebens auf Gottes Willen hin (29. März, 20.30 Uhr);
  • nicht zuletzt die Liturgie des Palmsonntags und der Karwoche bis hin zum Österlichen Triduum, dem „Fest der Feste“ (Palmsonntag, 14. April, 9.30 Uhr; Gründonnerstag und Karfreitag, 18. und 19. April, jeweils 18.30 Uhr; schließlich die Feier der Ostervigil mit der Taufe eines 9-Jährigen und der Bekräftigung des Taufversprechens der Gemeinde, 21. April, 4.30 Uhr).

Alle Leser dieser Zeilen lade ich ein, uns und einander auf diesem österlichen Weg zu begleiten und als „Schottengemeinde“ wie die ersten Jünger zu begreifen, was es bedeutet zu erfahren: Der am Kreuz hing, er lebt, und ist für immer bei uns!

 

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