Recollectiotag: Besuch im Mechitaristenkloster

Das neue Jahr begann für uns Schottenmönche, was die ökologische Seite betrifft, beispielhaft.  am2. Jänner erreichten wir unser diesjähriges Ziel zu Fuß: das Mechitaristen-Kloster im VII. Bezirk in der Neustiftgasse.

Der Mechitaristen-Orden ist eine Kongregation armenisch-katholischer Mönche, die nach der Regel des Hl. Benedikt leben. Der Gründer war Mechitar von Sebastaia (1676 – 1749). Über den Jesuiten J. Villotte lernte er die röm.-kath. Kirche kennen. 1712 erhielt die inzwischen gegründete Kongregation von Papst Klemens XI. die Bestätigung. 1713 wurde Mechitar der erste Abt und so entstand die „Congregatio monastica Antonianorum Benedictinorum Armeniorum“. Von Venedig aus (Mechitar starb 1749 auf der Klosterinsel San Lazaro) wurden die Mönche von Kaiser Franz I. nach Wien berufen, der ihnen im VII. Bezirk das ehemalige Kapuzinerkloster als künftige Bleibe zuwies.

Heute leben 6 Mönche in Wien und 11 in Venedig. Sie sind hier u.a. in der Seelsorge für die kath. Armenier eingesetzt. 2014 wurden die beiden selbstständigen Abteien in Wien und Venedig vereint. Der Sitz des Generalabtes befindet sich in Venedig. Besonders berühmt ist das Wiener Kloster für die größte und kompletteste armenische Bibliothek weltweit (ca. 500.000 Bände), die  auch jetzt noch ständig auf dem neuesten Stand gehalten wird.

Der Wiener Altabt Paulus begrüßte uns  und hielt einen kurzen Einführungs-Vortrag. Danach wurden wir von P. Vahan (zugleich Pfarrer der arm.-kath. Gemeinde) durch Kirche,  Kloster,  Museum und die Bibliothek geführt. Mit einem kurzen Abstecher in die Likörkellerei  endete unser Besuch. Die inzwischen knurrenden Mägen wurden hinterher in einem Lokal neben der Pfarrkirche St. Ulrich beruhigt. Bei inzwischen einsetzendem Nieselregen erfolgte der Rückmarsch ins Schottenkloster.

Fr. Stephan-M. Szinai OSB

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