Im Einklang mit dem Schöpfungsauftrag

Unser Ziel ist es, den Betrieb unserer Landwirtschaft und die damit einhergehenden ökonomischen Interessen in Einklang mit dem Schöpfungsauftrag zu bringen. Die landwirtschaftliche Tätigkeit alter Klöster ergibt sich aus der Art und Weise, in der unsere Stifter für die materielle Grundlage ihrer Gründungen gesorgt haben. So wurden auch dem Schottenstift bei seiner Stiftung im Jahr 1155 landwirtschaftliche Flächen übergeben, die für den Lebensunterhalt der Gemeinschaft, für die Erhaltung der Gebäude sowie für die Seelsorge und weitere Tätigkeiten der Mönche verwendet werden sollten. Verbunden mit den biblischen Aussagen über die Arbeit des Menschen ergibt sich für die klösterliche Wirtschaftsführung ein mehrfacher Auftrag:

  • Die biblische Formulierung „Macht euch die Erde untertan“ ist kein Freibrief für einen ausbeuterischen Umgang mit Grund und Boden, sondern meint die Wertschätzung, Bewahrung und behutsame Verwaltung für das letztlich von Gott überlassene Gut.
  • Gleichzeitig erinnert uns das Evangelium, mit den uns übergebenen „Talenten“ klug umzugehen, also zu „wirtschaften“.
  • Durch den Stiftungsauftrag sind wir dazu berufen, auch an die kommenden Generationen zu denken. Nachhaltigkeit ist also kein Vermarktungsgag, sondern von Anfang an mit der Aufgabe verbunden, den Bestand der klösterlichen Gemeinschaft zu sichern.
  • Mit der gebotenen Bescheidenheit ist zu sagen, dass der klösterlichen Wirtschaftsführung seit jeher immer ein gewisser Mustercharakter für andere Betriebe zugekommen ist.

Neue Entwicklungen, die Verschiebung des Wirtschaftsgefüges und auch die besondere Rolle der Landwirtschaft in der Europäischen Union verlangen eine entsprechende Wirtschaftsführung. Wenn sich dabei ein verantwortungsvoller Umgang mit Grund und Boden, mit den Lebensmitteln und mit unseren Mitmenschen (unseren Mitarbeitern) erreichen lässt, sind wir auf dem richtigen Weg.

Abt Nikolaus Poch OSB
(im Bild links oben: Altabt Johannes Jung OSB)