Berichte aus der Schottengemeinde
Im Gedenken an Dr. P. Paulus Bergauer OSB
Am 7. September 2026 ist Dr. P. Paulus Bergauer OSB (geb. 9.12.1936) zu seinem Schöpfer heimgegangen. Er war viele Jahre als Lehrer am Schottengymnasium, als Kämmerer des Schottenstifts und Pfarrer der inkorporierten Pfarre St. Ulrich in Wien tätig. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er aufmerksam versorgt im Haus seiner Eltern in Wien Mauer. Die Daten des Requiems und des Begräbnisses auf dem Zentralfriedhof werden noch eigens bekanntgegeben.
Herr, schenke P. Paulus das ewige Leben in der Gemeinschaft mit Dir und Deinen Heiligen!
Abt Nikolaus Poch OSB und der Konvent der Schottenabtei
50 Jahre für das Schottengymnasium
Der letzte Schultag des Schuljahres 2025/2026 war für einen mehr als für alle anderen ein besonderer Tag: Altabt Johannes Jung, normalerweise Abt Johannes genannt, trat mit diesem Datum nach 50 Jahren als Lehrer am Gymnasium in den wohlverdienten Ruhestand. Dieses Ereignis nahm die Schulleitung zum Anlass, um gemeinsam zu feiern und zu danken. An die Eucharistiefeier zum Schulschluss schloss eine Feierstunde im Schulhof an.
Abt Nikolaus Poch würdigte das Wirken des Gefeierten mit einem besonderen Geschenk: Ein T-Shirt mit der Aufschrift „Ich kam, sah und korrigierte“. Abt Johannes habe in all den Jahren nicht nur korrigiert, sondern immer wieder ein gutes, aufmunterndes Wort für Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen gefunden und so seinem Wahlspruch als Abt „Verbum bonum“ – das gute Wort in der Benediktsregel – entsprochen. Das Wohl der Schülerinnen und Schüler und von deren Familien sei ihm immer am Herzen gelegen. Abt Nikolaus dankte dem Jubilar unter anderem ganz besonders für dessen Einsatz für den Jugendkeller.
Danach ergriffen noch Schuldirektor Josef Harold, der Präsident der Alt-Schottenvereinigung, Xaver Marschalek, der Vorstand des Elternvereins der Schule, Georg Ruckenbauer, der langjährige Lehrerkollege Walter Schmid und Ferdinand Schimatschek in Vertretung der Jugendkeller-Verantwortlichen das Wort.
In den Ansprachen kam wiederholt das „gute Wort“ des Jubilars zur Sprache, das auf humorige Weise angespannte Situationen im Kollegium aufzulösen imstande war. Erinnert wurde an einige Stationen im Wirken des Gefeierten, beispielsweise das Jubiläum des zweihundertjährigen Bestehens des Gymnasiums im Jahr 2007, das er als damaliger Schuldirektor verantwortete, oder dass unter seiner Direktion erstmals Schülerinnen an der Schule zugelassen wurden. Wiederholte, besondere Erwähnung fand in den Worten der Redner, dass Altabt Johannes morgens alle einzeln am Stiegenaufgang im 1. Stock der Schule begrüßt und so allen ein Zeichen der Aufmerksamkeit und Wertschätzung schenkt.
Am Ende kam der Jubilar selbst zu Wort: Er betonte die Bedeutung und das Geschenk des gegenseitigen Vertrauens als unverzichtbarer Grundstein einer Gemeinschaft. Dieses Vertrauen begleitet ihn durch all die Jahrzehnte auch heute noch, wenn er die Jugend im Schottenkeller betreut. Den Schottenkeller wird er noch weiterhin betreuen.
Die Erstklässler erkunden das Schottenstift
Am Ende ihres ersten Schuljahres lernten die Schülerinnen und Schüler der drei 1. Klassen des Gymnasiums das Schottenstift näher kennen. In ihren Klassenverbänden – jeweils begleitet von einem Mönch, den Klassenvorständen und Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Schulpastoral – besuchten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Bereiche des Stifts – die Kirche, die Krypta, das Refektorium, das Museum u.a. – und begegneten dabei Abt Nikolaus und Pater Augustinus, die ihnen aus der Ordensgeschichte und ihrem Leben als Benediktiner erzählten.
Nachdem dieser erste Teil der Begegnung mit dem Stift am Montagvormittag der letzten Juniwoche stattgefunden hatte, konnten die Schülerinnen und Schüler am darauffolgenden Donnerstagnachmittag ihre Eltern an die neu kennengelernten Orte führen. Einige der Eltern der Erstklässler kannten das Kloster schon, konnten aber dank der Führung durch ihre Kinder Neues entdecken; für andere wiederum war die Begegnung mit dem Stift eine erstmalige. Am Ende der kleinen Entdeckungsreise durch das Kloster versammelten sich die Erstklässler zusammen mit ihren Familien zur Vesper mit den Mönchen in der Stiftskirche und anschließend zu einer Agape in der Aula.
Wohngemeinschaft wählte neue Sprecherin
Die Mitglieder der Wohngemeinschaft im Schottenstift haben eine neue Sprecherin gewählt, Felizitas Höbl. Felizitas folgt auf Luis Paoletti, der sein Studium abschließt und aus der WG auszieht. Als WG-Sprecherin übernimmt Felizitas Leitungsaufgaben in der Gemeinschaft und ist Ansprechperson für den Konvent. Junge Erwachsene im Studium können sich für drei Jahre für einen der insgesamt neun Plätze in der Wohngemeinschaft im Hof 1 des Schottenstifts bewerben. Wer um Aufnahme ansucht, erklärt sich bereit, von Montag bis Freitag an den Laudes des Konvents teilzunehmen. Die WG-Mitglieder und Abt Nikolaus als WG-Verantwortlicher müssen einer Aufnahme zustimmen. Die beiden mit dem Semesterende frei werdenden Zimmer werden aktuell vergeben, denn es gibt schon einige Interessenten.
„Pro Oriente“ tagte im Schottenstift
Vor kurzem tagte die katholisch-orthodoxe Dialogkommission von Pro Oriente im Schottenstift. Überlegungen zur Arbeit der Kommission in den kommenden Jahren standen im Mittelpunkt der Planungsgespräche. Dass unterschiedliche katholisch-orthodoxe Dialoggruppen und Dialoginitiativen stärker miteinander vernetzt werden und sich die Kirchen in West und Ost näherkommen, ist das erklärte Ziel der Kommission. In den nächsten Monaten soll die Online-Datenbank www.orthcath.net fertiggestellt werden, auf der verschiedene bereits erarbeitete Dokumente zum orthodox-katholischen Dialog zu finden sind.
Pro-Oriente-Präsident Clemens Koja zeigte sich sehr dankbar für die herzliche Gastfreundschaft und tatkräftige Unterstützung der Arbeit der Kommission durch Abt Nikolaus Poch und die Mönche des Schottenstifts. Er dankte dafür, dass das Schottenstift die Räume und den geistlichen Rahmen für die Tagung zur Verfügung gestellt hatte.
In seiner Ansprache zum Abschluss der Tagung würdigte Abt Nikolaus das Engagement der Kommissionsmitglieder sowie aller Mitarbeitenden bei Pro Oriente für die Annäherung und den Dialog zwischen den Kirchen und bezeichnete es als Ehre, die Kommission beherbergen zu können.
Auf dem 1. Foto mit Abt Nikolaus, P. Augustinus und P. Sebastian zu sehen (v.l.n.r.):
Direktor Pantelis Kalaitzidis (Griechenland), P. Milan Žust (Slowenien/Italien), Katherine Shirk Lucas (USA/Frankreich), Präsident Dr. Clemens Koja, Programmdirektorin Viola Raheb, Direktor Johannes Oeldemann (Deutschland), Professor Pablo Argárate (Universität Graz), Generalsekretär Bernd Mussinghoff
Der vorletzte Schultag der 8. Klassen
Für die Maturantinnen und Maturanten des Jahrgangs 2026 ist es nun endlich so weit: Der 30. April war gleichzeitig der letzte Tag, an dem sie schulpflichtig waren. Zu ihrem vorletzten Schultag folgten sie einer Einladung in das Stift. „Das Schottengymnasium ist ohne das Stift nicht vorstellbar“, erklärte Abt Nikolaus, als er die angehenden Maturantinnen und Maturanten im Prälatensaal empfing. Dabei betonte er das Anliegen der Mönchsgemeinschaft, mit den Absolventinnen und Absolventen in Verbindung bleiben zu wollen und zeigte Möglichkeiten dafür auf. Nach einer kurzen Einführung in das Chorgebet des Tages, der Betrachtung des Schottenaltars, der Mittagshore und dem Mittagessen mit den Mönchen standen vier verschiedene Einheiten zur Auswahl: Ein Kennenlernen des Stifts als Ort des Mitbetens und Mitlebens, ein Besuch im Archiv als Ort der Geschichte und des Gedächtnisses des Stifts, ein Kennenlernen des Stifts als Wirtschaftsbetrieb und eine Begegnung mit der Wohngemeinschaft als Einrichtung für junge Erwachsene im Studium, die am Gebetsleben des Konvents teilhaben. Am Abend nahmen neben den Maturantinnen und Maturanten auch zahlreiche ihrer Familienangehörigen an Vesper, Messe und Agape teil. Abt Nikolaus wünschte den Maturantinnen und Maturanten außer der Gelehrsamkeit und der Klugheit die im Evangelium gepriesene „Freiheit der Kinder Gottes“.
Buchpräsentation: Irische Mönche anerkannte Mitglieder des städtischen Lebens
Neue Erkenntnisse zur Geschichte der irischen Mönche in Wien präsentierte Dr. Maximilian Alexander Trofaier am 16. März 2026 vor zahlreichem Publikum. Passend am Vorabend zum Gedenktag des Hl. Patrick referierte der Archivar des Wiener Schottenstifts über die ersten drei Jahrhunderte des Benediktinerklosters. Abt Nikolaus Poch OSB anerkannte in seiner Begrüßung, dass er „mit akademisch geschultem Blick und akademischer Akribie der Frühzeit des Schottenstifts nachgegangen ist“.
Die Forschungsarbeit, ursprünglich ein Dissertationsprojekt, ist in dem Buch „Die irischen Mönche des Wiener Schottenklosters (1155–1418)“ zusammengefasst, welches im Vorjahr im EOS-Verlag in der Reihe der „Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. Ergänzungsbände“ erschienen ist. Das Ziel der Arbeit war die Zusammenführung von Erkenntnissen aus drei Bereichen: Geschichtsschreibung des Schottenstifts, der Stadt Wien und des Verbandes der irischen Schottenklöster. Außerdem sammelte und ordnete Dr. Trofaier alle personenbezogenen Daten und konnte sogar biographische Details aus dem Leben der irischen Mönche in Erfahrung bringen.
Was für das Publikum neu war, stellte Dr. Trofaier für alle verständlich kurz dar: Die irischen Mönche hatten bei ihren Zeitgenossen einen besseren Ruf, als eine Gedenkschrift 50 Jahre nach ihrem Weggang behauptete. Außerdem konnte er die Reihe der Äbte berichtigen.
Er begab sich auf eine umfassende Suche nach neuen Quellen außerhalb des Klosters und überprüfte alle bekannten Quellen, ausgenommen die päpstlichen Register, im Original bzw. in Abbildung. 600 Originalurkunden, 170 Urkundenabschriften, 400 Papstregistereinträge, Annalen, Chroniken etc. aus 60 Institutionen und 11 Ländern flossen in die Arbeit ein. 140 irische Mönche listete er auf, davon 80 neue, die in der Hausgeschichte bisher nicht mit Namen bekannt waren. Er fand heraus, dass drei Äbte in der bisherigen Reihe nicht existierten, dafür wurde ein bis dato unbekannter aufgenommen.
Die Verbindung der irischen Mönche zum herzoglichen Hof, zum Klerus und zur Stadtbevölkerung zeigt die Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wurde. Schottenäbte wirkten in der Rechtsprechung, Verwaltung und der Wissenschaft mit – als Kaplan und Sekretär des Herrscherhauses, als Rektor der neugegründeten Universität (Abt Donaldus), als Zeugen und Mitsiegler. Ein Schottenabt wird in einem Brief des Königs Jakob II. von Aragon an seine Tochter Elisabeth von Österreich erwähnt. Bei der Stiftung des Allerheiligenkapitels, dem heutigen Domkapitel zu St. Stephan, war ein Schottenabt beteiligt. Anders als die meisten anderen Schottenklöster auf dem europäischen Festland hatten die Wiener Mönche keinen Bischof vor Ort als Nachbarn, weil Wien bis 1469 zur Diözese Passau gehörte. Der Schottenabt, der eine Mitra (Bischofshut) trug und über eine ausgesprochen große Kirche verfügte, war auch in der Bevölkerung angesehen. Der Wiener Konvent war einer der größten unter den Schottenklöstern: 1318 zählte er 11 Mönche und den Abt, 100 Jahre später immerhin noch 6 Mönche und den Abt.
Prior P. Augustinus Zeman OSB, Kustos des Schottenmuseums, bemerkte anerkennend, dass die Forschungsarbeit „für uns Mönche besonders interessant ist, weil es unsere Mitbrüder sind“. Im Dialog mit dem Archivar gestaltete er den zweiten Teil des Abends. Berührend war der Choralgesang der Choralschola Quasi modo geniti unter der Leitung von MMag. Georg Wais. Die drei Sänger interpretierten Choräle der irischen Mönche, die man in Einbänden von Büchern gefunden hatte. Die Schottenmönche hatten nahezu den gesamten Buchbestand aus Wien nach Regensburg mitgenommen, als sie 1418 auf Anordnung von Papst Martin V. übersiedelt waren. Nur Reste von Notenblättern blieben als Makulatur zurück, die spätere Generationen zum Einbinden von Büchern verwendeten. Das interessierte Publikum hörte am Vortragsabend ein Responsorium zum Benediktusfest über die Kindheit des Hl. Benedikt und eine Antiphon aus dem Offizium zum Fest des irischen Missionsbischofs Kilian über die Gottsuche – beides aus der Zeit der Wiener Iren.
Die Liturgie der Mönche war auf Latein, aber sie sprachen Deutsch. Das kann man aus den Urkunden schließen, welche die Mönche zu Rechtsgeschäften ab 1300 auf Deutsch verfassten. Konventualen des Schottenstifts studierten an der juridischen Fakultät der Universität Wien. Sie reisten im Auftrag des Papstes in juristischen Fragen durch Österreich, Mähren und Ungarn und waren vor Ort für kirchliche Gerichtsbarkeit verantwortlich. Die landfremden Mönche nahmen am Leben der Stadt Wien teil, „wie es bei Benediktinern üblich ist“, erzählte Dr. Trofaier. Ihnen fehlten aber verwandtschaftliche Netzwerke. Die Eintrittsbedingungen für das Kloster waren exklusiv: Ursprünglich kamen die Schottenmönche aus dem Norden, später aus dem Süden Irlands. Rekrutierungszentren waren Ross Carbery im heutigen County Cork und Cashel im heutigen County Tipperary. Die Mönche waren reguläre Benediktiner.
Warum mussten sie Wien verlassen? Herzog Albrecht ließ sich von einem Universitätsprofessor beraten, der Förderer der Melker Reform war. Es sollten ortsansässige Männer in das Schottenstift aufgenommen werden. Die Kritik an der Lebensführung der Mönche dürfte eine nachträgliche Rechtfertigung der Reformbewegung gewesen sein, denn Papst Martin V. bemängelt den Zustand der Benediktinerklöster im Allgemeinen viel schärfer als die Situation im Schottenkloster. Außerdem waren die Reformer strenger als die gültigen Regeln, welche das Provinzialkapitel der Benediktiner im Zug des Konzils von Konstanz 1417 in Petershausen beschlossen hatte. Ein tragischer Fall in der Geschichte des Schottenstifts lag damals schon lange zurück: 1235 hatte ein Mönch seinen Abt ermordet.
Ab dem 13. Jh. veränderte sich die klösterliche Landschaft in Irland wie in Europa. Die Mendikantenorden – Dominikaner, Franziskaner – wurden gerade in den Städten populär. So hatten die monastischen Klöster weniger Zuspruch und es wurde schwieriger, Kandidaten für den Einsatz auf dem Festland zu gewinnen.
Die irischen Mönche verließen 1418 das Wiener Kloster und zogen sich nach Regensburg zurück. Der Senior, erblindet und wenig mobil, blieb in der neuen Gemeinschaft zurück. Im Nekrolog, dem Gedächtnisbuch für die verstorbenen Mönche, ist er unter Österreichern, Bayern und Schwaben angeführt.
Die Präsenz der Iren in Wien blieb den Wienern im Gedächtnis. Bis heute sind die „Schotten“ in den Bezeichnungen von Straßen und Plätzen und einer Schule präsent: Schottenring, Schottentor, Schottengasse, Schottenbastei und Schottengymnasium. Der Konvent der Mönche pflegt heute bewusst das reiche geistliche Erbe des Klosters, welches die irischen Mönche grundgelegt hatten.
P. Sebastian Hacker
Das Programm der Veranstaltung sowie Informationen zu Buch und Autor finden sich hier.
Fotos: Valerie Trofaier-Leskovar (1–4), Martina Autengruber (5).
Vom guten Eifer
Der Stiftertag, also das dankbare Gedenken an die Stifterfamilie, wird im Schottenstift jährlich gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begangen. Der Mitarbeiter-Nachmittag hat zwei Teile, der erste findet in Verbindung einer Andacht statt, der zweite im „Zattl“ im Hof 1 des Stiftes. Abt Nikolaus Poch stellte seine Ansprache unter das Thema des „guten Eifers“, über den das Kapitel 72 der Benediktsregel handelt. Ein „bitterer Eifer“ wirkt zerstörerisch und macht anderen das Leben schwer. Dagegen führt der „gute Eifer“ zu Gott und zum ewigen Leben. Der gute Eifer bedeute, sich nicht willenslos von Stimmungen leiten zu lassen, sondern sich um etwas Sinnvolles zu bemühen und aktiv einzusetzen, an etwas mitzugestalten. Eine in diesem Zusammenhang leitende Frage laute: In welcher Weise will ich die Atmosphäre in dieser (Haus-)Gemeinschaft prägen?“. Abt Nikolaus hob den Wert des guten Umgangs miteinander hervor und die Bereitschaft einander zu verzeihen und aufeinander zu hören. Er dankte den Anwesenden für deren guten Eifer und die Bereitschaft mehr als nur Dienst nach Vorschrift zu leisten.
Zwei Beispiele für den guten Eifer kamen am Stiftertag zur Geltung. Stiftsarchivar Dr. Maximilian Alexander Trofaier stellte seine Ende 2025 erschienene Monografie „Die irischen Mönche des Wiener Schottenklosters (1155–1418)“ kurz vor. Er habe darin vor allem Äbte und Mönche aus der ersten Epoche des Schottenstifts vorgestellt und das „Narrativ der irischen Mönchsgemeinschaft als ein Fremdkörper in Wien“ eindeutig widerlegen können.
Als zweites Beispiel für den guten Eifer spielten die Stiftsorganisten Manuel Fröschl und Sarah-Maria Pilwax den „Inno Sacramentale“ sowie eine weitere Komposition auf zwei Orgeln mit Bezug zum 30-jährigen Jubiläum der großen Orgel.
30 Jahre große Mathis-Orgel in der Schottenkirche: Das Festprogramm 2026
Die große Mathis-Orgel in der Schottenkirche wird 30. Ein guter Grund für ein vielfältiges Programm an Veranstaltungen von Jänner bis Juni 2026 – sei es in Verbindung mit der Chororgel, Vokalmusik, Improvisation, Jazz oder verschiedenen Epochen der Musikgeschichte.
Seinen Auftakt nimmt das Programm mit der Festmesse zum 30-jährigen Bestehen der großen Mathis-Orgel am Sonntag, den 11. Jänner (9:30 Uhr). Das Eröffnungskonzert mit dem Titel „Französische Klangräume“, gespielt von Vincent Dubois, Organist an der Kathedrale Notre-Dame de Paris, findet ebenfalls am 11. Jänner um 16:30 Uhr statt.
In der Liturgie werden von Jänner bis Juni 2026 Johann Sebastian Bachs „Leipziger Choräle“ als ganzer Zyklus gespielt, sowie unter anderem Werke und Improvisationen für zwei Orgeln und Streichermusik des ehemaligen Stiftsorganisten Johann Joseph Fux. Den Abschluss dieses bunten Zyklus bildet ein gemeinsames Konzert von in den letzten 25 Jahren bei den Schotten wirkenden Stiftsorganist:innen
Hier finden Sie das Programmheft zu allen Veranstaltungen 2026.
Erfahren Sie mehr zu den zwei Orgeln der Schottenkirche.
30 Jahre große Orgel
In den Tagen vom Fest der Taufe des Herrn am 11. Jänner bis zum darauffolgenden Dienstag, dem Stiftertag, kam die große Orgel der Stiftskirche in besonderer Weise zu Ehren. Am Sonntagmorgen erklangen in der Festmesse durch die Orgel unter anderem auch Selbstkompositionen des Stiftsorganisten Manuel Fröschl und der zweiten Stiftsorganistin Sarah-Maria Pilwax. Am Nachmittag bot der international anerkannte französische Orgelvirtuose Vincent Dubois ein Konzert dar, das sehr gut angenommen wurde.
In den beiden darauffolgenden Tagen hatten junge Organisten aus Wien die Möglichkeit, an einem Kurs für Orgelinterpretation und -improvisation teilzunehmen. Abgeschlossen wurden diese drei musikalischen Festtage am Dienstagabend durch ein gemeinsames Kirchenkonzert von Manuel Fröschl und Sarah-Maria Pilwax.