gipfel d erschöpfung

18.2. bis 3.4.2010 im Museum im Schottenstift

Lebenslang lernen, mehr leisten, positiv denken um jeden Preis. Schafft es der Mensch, die Schöpfung am 8. Tag in die Hand zu nehmen, oder erweist sich Gott im entscheidenden Augenblick nur als schlechter Verlierer im Wettlauf um die Perfektionierung der Welt…
Ewald Kapferer vermutet menschlichen Sündenfall und göttliche Ratlosigkeit als Konsequenz eines nachhaltigen Beziehungs- und Vertrauensverlustes. und Verzweiflung auf beiden Seiten. Mit Bildern, die den Kontrast zwischen dem ursächlichen Ansinnen der Schöpfung und ihrem Ist-Zustand offenlegen.
Das Schottenstift wirft mit diesem modernen Zugang die Frage auf, wieviel Glaube in unserer Zeit überhaupt noch möglich ist – und woran. Der doppelsinnige Ausstellungstitel ist ein Hinweis darauf, dass mit „gipfel (d)erschöpfung“ keine Antworten gegeben, sondern Türen zum Nachdenken geöffnet werden wollen.

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Zur Person des Künstlers:
1965 in Wien geboren
Matura am Schottengymnasium
Grafik, Text, Konzept
lebt in Leonding, OÖ
Ölmalerei seit Mitte der 1990er
außerdem: Computergrafik, Skulpturen

Als langjähriger Werbeprofi ist Ewald Kapferer darin geübt, zwischen den Zeilen zu lesen. Was und wie etwas vermittelt wird und welche Konsequenzen es für gesellschaftliche Entwicklungen hat, ist Grundansatz seiner künstlerischen Arbeit.
Während Kapferer einerseits die Mittel der klassischen Werbung einsetzt, um aktuelles Geschehen plakativ zu kommentieren, nützt er die Vielschichtigkeit der Ölmalerei, um sich dem kollektiven Unbewussten anzunähern. Kapferers Bilder erfordern genau jenes Hinsehen, dem man sich heute zunehmend verweigert. Sie sind ein Aufruf, das ureigene Urteilsvermögen jenseits des Gezeigten und fertig Erklärten freizulegen und wieder Vertrauen zu fassen in sich selbst.

Neben diversen Auftragsarbeiten und kleineren Ausstellungen im Lauf der vergangenen Jahre war der Künstler mit der Kartenserie „Sell Our Souls“ 2008 und 2009 u.a. in Köln und im Linzer Lentos präsent. Mit „gipfel d erschöpfung“ zeigt Kapferer nun erstmals eine in ein dichtes thematisches Konzept gefasste Werkreihe, die mit dem Museum im Schottenstift einen perfekten Rahmen erhält.