Zwei Freunde, zwei Kulturen und ein Kriminalfall

Zwei Freunde aus ganz unterschiedlichen Kulturen retten eine Katze und ein Kind und bewahren das Land vor dem Krieg. Diese Botschaft verbirgt sich im historischen Roman „Die Katze der Herzogin“, den Gertrud Schmirger 1961 veröffentlichte. Zum 125. Geburtstag und 50. Todestag der Autorin entdeckte die Fuldaer Verlegerin Dr. Petra Kehl dieses längst vergriffene, spannende Jugendbuch und legte es wieder auf.

Die Handlung spielt im Wien des 12. Jahrhunderts, als gerade der Stephansdom gebaut wurde und die Schottenmönche aus Regensburg in die neue Residenzstadt Österreichs übersiedelt waren. Der Babenbergerherzog Heinrich Jasomirgott hatte die byzantinische Kaisernichte Theodora Komnene geheiratet. Er war der Enkel des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches und nicht nur Markgraf von Österreich, sondern für kurze Zeit auch Herzog von Bayern. Seine Frau aus Konstantinopel brachte neue Gewohnheiten und einige Angestellte und Diener in das nördliche Wien, darunter den Pagen Zeno. Seine Aufgabe war es, ihre besonders wertvolle Katze zu behüten und zu pflegen. Diese Sorge vermittelte ihm die Freundschaft des Wiener Stallburschen Bertl, der sich danach sehnte, Ritterknappe zu werden. Als die wertvolle Katze begann, Wien zu erkunden, half sie den beiden, einen Kriminalfall zu lösen.

Das Buch führt durch das mittelalterliche Wien, in dem zwei Kulturen aufeinanderstoßen und Weltpolitik entschieden wird. Heinrich und Theodora stifteten vor genau 870 Jahren das Benediktinerkloster Schottenstift in Wien als geistliches Zentrum und Grablege der Familie, wo beide bis heute bestattet liegen.

Im Zuge der Präsentation des Buches entstand ein Video auf YouTube und TikTok in der Krypta des Klosters, in dem Schüler:innen des Schottengymnasiums mit Petra Kehl über ihre Verlagstätigkeit sprachen. Sie lüftete für sie das Geheimnis des Pseudonyms der Autorin – sie veröffentlichte unter dem Namen Gerhart Ellert -, die in Kärnten gelebt hatte und eng mit dem Benediktinerstift St. Paul verbunden gewesen war: In den 1930er Jahren hatte ihr ein Verlag zu einem männlichen Pseudonym für ihre historischen Romane geraten, weil dieses Genre noch selten von Frauen belegt worden war. Diese Einstellung gehört mittlerweile der Vergangenheit an. Petra Kehl, selbst promovierte Historikerin und Buchautorin, legte einige Bücher Ellerts wieder auf. Ebenso empfehlenswert von derselben Autorin: „Der Goldschatz im Römerlager“, eine Abenteuergeschichte für Jugendliche über den Hl. Severin in Noricum und „Die Ritter mit dem schwarzen Mantel“ über den Johanniterorden.

Die Illustration auf dem Deckblatt zur “Katze der Herzogin” stammt von Theresia Weissensteiner, einer österreichischen Zeichnerin.
Bestellungen aus dem Petra-Kehl-Verlag: https://www.eli-shop.at/petra-kehl-verlag/ 

weitere Beiträge