Zwischen Ostern und Pfingsten (April 2025)

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“
Diese eindringliche Frage, die den Frauen am leeren Grab Jesu gestellt wurde, hallt bis heute wider. Sie rüttelt uns auf und offenbart unsere Schwierigkeit, die Auferstehung wirklich zu erfassen. Die Frauen suchten Jesus mit Salben und Trauer am Ort des Endes. Doch Ostern befreit uns aus diesen Gräbern. Jesus ist nicht dort – er lebt! Das bedeutet eine grundlegende Veränderung unseres Blickwinkels. Wir finden Jesus nicht in der Vergangenheit oder in leeren Ritualen, sondern mitten im Leben.

Den Lebenden suchen – das heißt, Christus dort zu entdecken, wo Menschen im Geiste Jesu handeln, sich von seinem Wort inspirieren lassen und in Gemeinschaft wirken. Dort schreitet er in seiner Kirche als Pilger der Hoffnung durch die Zeit.

Konkret begegnet uns der auferstandene Christus:

  • in geteilter Liebe: Im Zuhören, Vergeben und Aufrichten.
  • im Engagement für andere: Im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Würde, wie beispielsweise in der Pfarrcaritas der Schottenpfarre.
  • im Alltag: In einem Lächeln, einem Gespräch, einem unerwarteten Moment der Hoffnung.
  • im Hören und Handeln nach seinem Wort: Nicht nur erinnern, sondern das Heute im Sinne Jesu gestalten.

Jesus begegnet uns oft unerwartet, in unscheinbaren Menschen oder sogar in uns selbst, wenn wir den Mut zur Veränderung und zur Liebe finden.

Die Frage „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ ist eine Einladung, die Gräber der Angst, der Resignation und des Stillstands hinter uns zu lassen. Sie ist ein Ruf zurück ins volle Leben – mit Christus an unserer Seite. Denn Ostern bedeutet nicht nur die Auferstehung Jesu, sondern auch unser eigenes Aufstehen zu einem neuen Leben mit ihm und für andere.

Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Abt Nikolaus

 

 

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